Hotels

Lange Stunden des Wartens auf Dinge die vielleicht nie geschehen
Durch dicke Teppiche gedämpfte Stimmen im Halbdunkeln der Lobby
Fremde Sprachen von Gästen weit entfernter Orte
von Bergen, Tälern, Wüsten, Küsten fern abgelegener Seen
Städte deren Name ich nicht kenne
Poole, Kontinente, Meere, Inseln und du weisst,
es gibt Orte, die werden nur aus Hotelfenstern gesehen

Schwarz, gelb, rot, blass, tief versunken in altenglischen Sesseln
Der Couch aus dunklem abgegriffenen Leder, die Möbel aus Mahagoni
Blättern in der Financial Times oder der Frankfurter Allgemeinen
Kolumnen und Börsenberichte, schon wieder ein Attentat in Babylon
Selbst die Zeit macht hier Ruhe, Spätdienst an der Réception
Kreisende Gedanken bei Champagner, Perrier oder Gin Tonic
Ist das alles der Mühe Lohn?

Keiner hat hier etwas verloren
Keiner wird hier etwas finden
Keiner erhält hier seinen Lohn
Paris, Tokio, New-York, Kapstadt, Bonn
Hotels sind Orte der Zwischenstation

Hotels – Die Kopie, der Kopie, der Kopie, der Kopie…

 

SILVETONE  |  silvetone@gmx.ch

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